Kräuter- und Blütenöle selber machen

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Kräuteröle sind eine feine Sache. Sie können in der Küche, in der Körperpflege oder als Salbengrundlage eingesetzt werden. Am liebsten habe ich sie auf Vorrat im Kühlschrank, denn sie dienen mir auch oft als Erste Hilfe, wenn meine Hausapotheke gerade nicht auf dem neusten Stand ist. Es lohnt sich also kreativ zu werden selbst welche herzustellen. Wie das geht und für was du sie alles einsetzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Im Grunde ist es das Einfachste auf der Welt Kräuterauszugsöle selbst herzustellen. Glas auf, Kräuter rein, Öl darüber und ab ins Warme damit. Die Zeit erledigt dann den Rest. Je nachdem welche Stoffe man ausziehen möchte, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Nicht alle Stoffe lösen sich gleich gut in Öl. Das kann sich später in der Wirkungsweise, Farbe und im Geschmack bemerkbar machen.

Folgende Pflanzeninhaltsstoffe lassen sich gut in Öl ausziehen:

  • Ätherisches Öl
  • Flavonoide
  • Glykoside
  • Harze
  • Saponine
  • Schleimstoffe

So stellst du ein Kräuterauszugsöl her:

Wenn du die Wahl hast, bevorzuge immer frische Kräuter. Ich greife nur im Ausnahmefall oder im Winter auf getrocknete Kräuter zurück. Ernte deine Kräuter am besten an einem trockenen, sonnigen Tag. Entferne alle schmutzigen Teile und wasche die Kräuter oder Wurzeln falls nötig. Ausgenommen Blüten, da du sonst den Blütenstaub entfernst! Zerkleinere nun die möglichst trockenen Pflanzenteile grob und fülle sie in ein sauberes, trockenes Glas. Nun kannst du das Öl darüber gießen und solange behutsam rühren, bis sich alle Lüftbläschen gelöst haben. Die Pflanzen müssen vollständig mit dem Öl bedeckt sein. Nun kannst du dein Glas mit einem Deckel verschließen und es beschriften. Ich schreibe auf meine Etiketten immer die verwendeten Pflanzenteile, das Abfüll-Datum und die Ölsorte sowie das End-Datum. In der Regel dauert ein Kräuterauszug zwischen 3 und 6 Wochen. Beispiel: Johanniskraut Blüten in Olivenöl, 21.06.16 – 21.07.16.

Im Sommer kannst du dein Öl an einen sonnigen, geschützten Platz stellen. Im Winter wird es eher die warme Fensterbank sein. Wichtig ist, dass wenn du dein Öl mit einem Schraubdeckel verschlossen hast regelmäßig öffnest damit das Kondenswasser abtrocknen kann und dein Öl nicht zu schimmeln beginnt! Nachdem du die Zeit für dich hast arbeiten lassen, kannst du dein Öl absieben. Lasse deinen mit frischen Kräutern hergestellten Auszug nochmals weitere zwei Tage ruhig stehen damit sich das Wasser von dem Öl trennen kann und du dein reines Öl abschöpfen kannst. Es hält sich je nach verwendetem Basisöl unterschiedlich lange. Ich lagere im Kühlschrank mit Ölivenöl hergestellte Auszüge bis zu einem Jahr.

Nun möchte ich dir noch ein paar Verwendungsmöglichkeiten von Auszugsölen vorstellen

Kräuteröl für die Küche

Pflanzen, die reich an ätherischen Ölen sind, eignen sich hervorragend zum Würzen in der Küche. Ein Gericht mit etwas Kräuteröl verfeinert, gibt vielen Speisen den letzten Kick! Besonders gerne verwende ich im Sommer Schafgarbe. Dieses äußerst würzige Kraut, lässt sich vielfältig verwenden. Als Öl passt es hervorragend zu Grillgerichten oder Antipasti. Aber auch im Salat oder zu Nudeln fügt sich der Geschmack hervorragend ein.

Beispiel: Schafgarben-Öl

Hierzu wird das obere Drittel des blühenden Krauts geerntet. Je nach Größe können die Blüten und Blätter klein geschnitten in ein Glas gegeben werden. Das Glas sollte für ein Würzöl etwa zur Hälfte mit dem Kraut gefüllt werden. Anschließend wird es mit gut haltbarem Öl aufgefüllt (ich nehme meist Olivenöl) und an einem warmen, sonnigen Ort gestellt. Je nach der gewünschten Intensität dauert es etwa 1-3 Wochen bis es Verzehr-fertig ist. Ich probiere zwischendurch immer mal wieder und seihe das Öl ab, wenn mir der Geschmack intensiv genug ist. Möchte ich das Öl später auch als Salbengrundlage benutzen, lasse ich es 3 Wochen ziehen.

Kräuteröl für die Körperpflege

In der Werbung wird man mit vermeintlich gesunden Inhaltsstoffen gelockt. Dabei ist oftmals leider kaum oder sogar gar nichts davon enthalten. Seit einiger Zeit, verwende ich nichts mehr zur Körperpflege, was ich nicht auch essen würde. Kräuteröle sind eine richtige Wohltat für die Haut (von innen und von außen ;-)). Sie eignen sich pur oder als Grundlage für eine selbstgemachte Lotion.

Beispiel: Vogelmieren – Öl

Vogelmiere ist reich an Saponinen und Schleimstoffen. Mit ihrer antibakteriellen und kühlenden Wirkung eignet sich das Öl hervorragend für empfindliche Haut. Auch bei Hauterkrankungen kann das Öl wertvolle Dienste leisten. Die Vogelmiere enthält einen Cortison ähnlichen Stoff und mildert Juckreiz. Das Öl wird auf gleiche Weise wie das Schafgarbenöl hergestellt. Ich lasse es immer 3 Wochen ausziehen. Es lässt sich übrigens auch in der Küche hervorragend einsetzen!

Sommer-Blütenöl

Blütenöle sind immer eine tolle Geschenkidee. Hierzu können einfach verschiedene essbare Blüten verwendet werden. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Am liebsten verwende ich Wiesensalbei, die Blauen Blüten und der Tolle Geschmack ergeben eines meiner Lieblingsöle. Du kannst entweder das fertige Öl oder es mit einer DIY-Anleitung wie ein Baukastensystem verschenken.

Wie du Salben und Körperlotionen herstellst, werde ich dir in einem anderen Artikel darüber berichten. Ich hoffe du wirst genau soviel Spaß beim Experimentieren mit Kräuterauszugsölen haben wie ich und wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!

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Bis bald Alles Liebe

Kerstin

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Kerstin Müller

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