Die Rolle des Dünndarms in der TCM

In diesem Artikel geht es darum, wie die Organsysteme in unserem Körper zusammenhängen. Heilpraktikerin Heike Engel eklärt aus Sicht der TCM die Rolle des Dünndarms und du erfährst, was du besonders jetzt im Juli für deine Darmgesundheit tun kannst.

Wo liegt der Dünndarm im Körper – für was ist er zuständig?

In der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist der Dünndarm dem Element Feuer zugeordnet. Die Lage  des Dünndarms ist auf der unteren Grafik gut zu erkennen (Small Intensine). Er ist ca. 3 bis 4 m lang und ein Teil des Verdauungstrakts. Er beginnt direkt am Magenausgang (Pylorus) und endet an der Bauhin-Klappe (dem Übergang zum Dickdarm). Er ist für die Nährstoffaufnahme und die Immunabwehr (Peyersche Plaques) zuständig. Er besteht aus drei Abschnitten (Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm).

Der saure Speisebrei vom Magen wird zunächst im Dünndarm neutralisiert. Die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse kommen in der Papilla Vateri dazu und sorgen für eine weitere Aufspaltung der Kohlehydrate, Proteine und Fette in Ihre Bestandteile. Durch den Gallensaft der Leber (kommt ebenfalls über die Papilla Vateri dazu) werden die Fette emulgiert. Diese kleinen Moleküle werden nun durch die Dünndarmwand resorbiert und gelangen in die Blutbahn, das sogenannte Pfortaderblut, welches direkt zur Leber führt. Dort ist es wie im Baukasten. Aus all den Molekülen die dort ankommen, baut die Leber zusammen was der Körper benötigt und entlässt es über die Blutbahn in den Körper zu ihren Bestimmungsorten. Was der Körper nicht benötigt wird über die Nieren – Blase wieder ausgeschieden.

Im Dünndarm wird  auch Wasser resorbiert/ aufgenommen. Wasser aus Nahrung, Speichel, Magensaft und Dünndarmsekreten. Diese Resorptionsfähigkeit wird durch eine starke Oberflächenvergrößerung durch Zotten, Krypten und Mikrovilli erreicht. Bis der Speisebrei endgültig am Dickdarm ankommt, können je nach Speise bis zu 10 Stunden vergehen.

Die wichtigsten Erkrankungen des Dünndarms:

–  Morbus Crohn (entzündliche Wanderkrankung, nicht nur auf Dünndarm begrenzt),

–  Zwölffingerdarmgeschwür,

–  Divertikel (Ausstülpungen der Darmwand, welche sich entzünden können)

–  Zöliakie  (das Klebereiweiß Gluten erzeugt Entzündungen der Schleimhautwand)

Unser Darm und seine Herzensangelegenheiten

In der TCM wird der Dünndarm  „der Palast der die Fülle empfängt“ genannt. D. h. auch dort wird die „aufnehmende Funktion“ beschrieben. Jedoch geht die TCM noch weiter. Das zugehörige Yin-Organ ist das Herz. Da bekommen dann die Aussagen einen Sinn, dass einem da manches was man nicht richtig verdauen kann, schnell zu Herzen gehen kann. Im schlimmsten Fall sogar das Herz zerreißen kann. Der Dünndarm trennt aber nicht nur die Nahrung von dem was er braucht und nicht braucht. Falls der Darm gestört ist, fällt es auch schwerer beim Hören die Töne zu trennen und auch bei den Gedanken und Gefühlen wird die Fähigkeit das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen geschwächt. Das bedeutet, dass eine starke Persönlichkeit auch stark vom Zustand des Dünndarms abhängt. Denn der Dünndarm unterstützt uns beim Treffen der richtigen Entscheidungen

EXPERTENTIPP: Einfach spüren wie es dem Unterbauch geht. Verträgt man Fette gut? Bekommt man Schmerzen nach bestimmten Lebensmitteln? Gibt es einen aufgeblähten Bauch? Einfach wachsam sein und falls etwas auffällig ist, einfach überprüfen lassen. Es können Unverträglichkeiten oder Darmdysbiosen vorliegen, welche aber meist gut behandelt werden können.

Das tut dem Darm gut!

Entspannung: finde eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Möglichkeiten gibt es viele (Qigong, Taiji, Meditation, ….u.v.m). Finde heraus, was zu Dir passt und baue es fest in Deinen Alltag mit ein. Es reichen schon 10 bis 15 Minuten pro Tag, die der völligen Entspannung des Körpers zur Verfügung stehen um einen positiven Nutzen zu haben.

Schüttle Dich 5 Minuten am Stück. Der Körper ist aktiviert und belebt.

Geh im Wald spazieren. Japanische Forscher haben herausgefunden, dass ein Waldspaziergang Blutdruck und Herzfrequenz mehr senken als in anderer Umgebung und dass dieser Effekt 7 Tage anhält. Verantwortlich sollen Stoffe sein, welche die Bäume bilden und wir einatmen.

Aufnahme von Bitterstoffen. Die Bitterstoffe helfen dem Leber/ Gallensystem und damit auch dem Dünndarm. Es gibt mittlerweile zahlreiche Mittel welche man erwerben kann. Aber man kann auch rausgehen in die Natur und sich die Bitterstoffe von der Wiese holen. Wie wäre es mit Spitzwegerich oder Löwenzahnblättern im Salat. Schön kleingeschnitten fallen sie kaum auf und für den Körper sind sie unglaublich wertvoll.

Intervallfasten: Einfach mal das Frühstück weglassen oder längere Zeiten zwischen den Mahlzeiten einplanen. Der Darm kann sich so erholen und regenerieren.

Alles Gute Heike

Noch ein paar Worte zum Schluss…

Es ist einfach spannend, die Zusammenhänge in unserem Körper zu sehen.  Gerade der Darm ist unglaublich wichtig für unsere Gesundheit. Wildkräuter liefern die nötigen Bitterstoffe und beim Sammeln in der Natur können wir uns richtig entspannen und neue Energie tanken! Bereits im März habe ich Artikel zum Thema Darmpflege veröffentlicht und freue mich sehr darüber diese durch den tollen Artikel von Heilpraktikerin Heike Engel auf meiner Seite ergänzen zu können!

Alles Liebe Kerstin

 

Über Heike

Heike Engel ist Heilpraktikerin und Qigonglehererin mit eigener Praxis seit 2008. Schwerpunkte sind Ernährungstherapie, Dorn Breuss, bioidentische Hormontherapie, Schamanische Heilarbeit und Psychotherapie mit EMDR, Aufstellungsarbeit und klassische Ausleitungsverfahren. Die aktuelle Ausbildung in 2017 ist die Ausbildung zur „Fachberaterin für die Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen“. Ihre Vision ist es Menschen auf ihren Weg zu einem kraftvollen, gesunden, glücklichen und erfülltem Leben zu bringen und zu begleiten. Die Menschen einfach wieder zum Strahlen zu bringen.  Mehr auf StrahleMensch.de


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