Die Linde – Volksheilmittel und Inspiration

Für meine Babypause habe ich von Kräuterkollegin Margit ROBINIA Bedlivy einen ganz besonderen Gastartikel bekommen. Es geht um meinen Lieblingsbaum –  die Linde, nach der auch mein Herzensprojekt „GreenTilia“ benannt ist. Staune, über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, die dir die Linde bietet.

Tilia grandifolia Sommerlinde, Tilia cordata Winterlinde

„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“ so dichtete Wilhelm Müller und komponierte einst Franz Schubert aus vollem Herzen.

Meine Generation „durfte“ damals in der Schule im Musikunterricht „Den Lindenbaum“ auswendig lernen und trällern, mehr als gelangweilt. 😉 Konnten wir doch damals nicht verstehen, was die Künstler einst ausdrücken wollten, und was als zeitlos gilt. Erst viele Jahre später, als ich mich schon auf Pfaden von Kräuterkundigen bewegte, konnte ich die innige und wahre Botschaft verstehen.

„… ich träumt in seinen Schatten so manchen süßen Traum…“

Der Lindenbaum und seine Geschichte

Die Linde gehört zu den Malvengewächsen und kann um die 300 Jahre alt werden. Sie wird bis zu 20 Meter hoch. Der Lindenbaum, und besonders seine Blüten, werden schon seit hunderten von Jahren als Heilmittel in der Volksmedizin verwendet. Früher wurden rund um die Dorflinde Tanzfeste veranstaltet, Geschichten erzählt, aber auch Gericht gehalten. Es wurde in ihrem Schatten gebetet, und man setzte sich unter sie,  um zur Ruhe zu kommen, und Klarheit in seine Gedanken zu bekommen.

„… es zog in Freud´ und Leiden zu ihm mich immerfort…“

Es gab den Brauch, einem Neugeborenen zu Ehren eine Linde zu pflanzen. Noch heute zeugen zahlreiche uralte Bäume davon. Schon die alten Griechen und Germanen weihten den Lindenbaum zu Ehren ihrer Göttinnen, später wurde daraus durch die Christianisierung ein Baum zur Verehrung der Gottesmutter Maria.

Die Lindenblüten bieten Hilfe bei Erkältungen

Am Bekanntesten ist wohl der Tee aus Lindenblüten, der sowohl vorbeugend, als auch während Erkältungskrankheiten getrunken wird, um den Körper zum Schwitzen anzuregen. Man verwendet dazu 1 Teelöffel Blüten je ¼ Liter kochendes Wasser und lässt dies 15 Minuten ziehen. Sehr warm trinken und rasch ins Bett legen – und los geht die Schwitzkur! Der Schweißausbruch reinigt und entgiftet stark. Der Erkältungstee kann auch gemischt oder abwechselnd mit anderen Kräutern wie Holunderblüten getrunken werden.

Natürlich muss man nicht warten, bis man krank ist, um das wohlschmeckende Aroma zu genießen. Einige Lindenblüten in einen Kräutertee gemischt, verleihen diesem ein liebliches blumig-süßes Aroma. Frische Blüten verzaubern Müsli, Salate und der gleichen mit ihrem Duft und ihrer Schönheit!

Kann man schwer einschlafen, probiert man einen Tee aus Blüten und Blättern. Diesen trinkt man probeweise zwei Wochen lang, und macht dann eine Pause. Wer mag, mischt mit Lavendel und/oder Kamille.

Sammeln von Lindenblüten:

In unseren Breiten gibt es genügend Lindenbäume um sich für den persönlichen Bedarf mit Blüten und Blättern einzudecken. Zum einen, weil sie ein heimischer Baum ist, und es noch sehr viele alte Exemplare gibt, zum Anderen, weil nach dem großen Kastaniensterben der letzten Jahrzehnte an den verbliebenen Stellen vermehrt Lindenbäume nachgepflanzt wurden.

Die Blütenstände werden samt dem Hochblatt zur Gänze geerntet – am Besten um die Mittagszeit – und im luftigen Schatten rasch getrocknet. Frisch aufgeblüht ist der Wirkstoffgehalt übrigens am größten. Möglich ist auch die Trocknung in einem Dörrapparat bei max. 40 Grad Celsius.

Ich fülle getrocknete Kräuterware in Schraubgläsern ab, lasse den Deckel noch ein paar Tage offen, und stelle die Gläser dann kühl und dunkel. Das Pflücken und Abfüllen bei abnehmendem Mond hat sich bei mir bewährt, um eine schöne Farbe zu erhalten. Außerdem werden Kräuter dann nicht ledrig, und lassen sich gut zerreiben.

Die Lindenblätter sind eine wertvolle Nahrungsergänzung

Die in ihnen enthaltenen Schleimstoffe dienen zum Schutz der Magenschleimhaut. Es empfiehlt sich bei Bedarf daraus einen Tee zu bereiten, wenn man die Blätter nicht roh essen mag. Der Inhaltsstoff Galaktose (kommt in großen Mengen im menschlichen Gehirn vor und wird deshalb auch Hirnzucker genannt) fördert Aufmerksamkeit und Konzentration. Ebenso übernimmt Galaktose eine wichtige Aufgabe beim Aufbau der Zellstrukturen des Zentralnervensystems.

Die frischen Lindenblätter enthalten außerdem sehr viel Omega 3-Fettsäure, und sind daher eine enorm wichtige Ergänzung zu unserer Omega 6 lastigen „zivilisierten“ Ernährungsweise. Zusätzlich enthalten die Blätter der Linde Arminosäuren in besonders ausgewogener Zusammensetzung, und bieten daher eine wertvolle Eiweißquelle. Einige frische Blätter aufeinander gelegt und zusammengerollt, sind ein prima Snack statt Schokoriegel. Nur wenig abbeißen und gut kauen. Sollte man auf jeden Fall mal ausprobiert haben! Nudelig geschnitten bereichern sie Salate oder Rohkostspeisen und jedes Aufstrichbrot. Getrocknete und zwischen den Handflächen zerriebene Lindenblätter eignen sich hervorragend dazu, sie unter den Brotteig zu mischen, indem man einen Teil des Mehls durch sie ersetzt.

Tipp für Kreative: Mit Lindenblättern kann man Wolle und Stoffe einfärben. Sie ergeben Gelb- bis Brauntöne. Klappt sicher auch bei Ostereiern 😉

Sammeln der Lindenblätter:

Es lohnt sich davon einen Wintervorrat anzulegen, und die getrockneten Blätter wie schon erwähnt im Brot zu backen, oder sie in Smoothies zu geben. Ebenso kann man sie als Zutat für Rohkostbrote oder –kekse verwenden. Man pflückt die Blätter (bitte nicht den ganzen Ast leer rupfen!) nachdem der Morgentau komplett abgetrocknet ist, und lässt sie wie schon bei den Blüten beschrieben trocknen. Möglich ist auch, sie auf Zwirn aufzufädeln und aufzuhängen. Sie sollten gut rascheln, bevor man sie in Gläser füllt. Ich rate dazu, Baumblätter im Inneren der Baumkrone zu pflücken, dort gelangen weniger Schadstoffpartikel aus der leider oft verschmutzten Luft hin.

Die Rinde des Lindenbaumes entspannt den Unterleib

Rindentee wirkt bei Unterleibsbeschwerden und schmerzhaftem Harnlassen krampflösend, beruhigend und harntreibend. 1 Teelöffel Rinde mit 1/4 Liter kaltem Wasser ansetzen und kurz bis zum Sieden erhitzen.

Das Lindenholz strömt heilsame Energien aus

Lindenholzkohle aus der Apotheke hilft Messerspitzen-weise eingenommen bei Blähbauch, saurem Aufstoßen, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen. Hellfühlige Menschen meinen, dass das Lindenholz seine eigene gute Energie allem abgibt, was es berührt und empfehlen daher z.B. eine Pflanzschaufel für die Gartenarbeit, oder einen Schmuck-Anhänger aus Lindenholz an der Halskette zu tragen.

Räuchern für Weiblichkeits-Rituale

Der Rauch von Lindenblüten wirkt reizmildernd, beruhigend und krampflösend. Bei allen grippalen, fieberhaften Infekten empfiehlt es sich, nach Salbei und Thymian mit Lindenblüten nachzuräuchern.

Bitte nur wenig Rauch erzeugen, wenn jemand eh schon Husten hat! 😉 Und nachher besonders gut lüften!

Die Linde ist ein heiliger Baum zur Schutz der weiblichen Gerechtigkeit, was immer frau sich darunter vorstellen mag. 😉 So empfiehlt es sich, getrocknete Lindenblüten besonders in jene Räuchermischungen zu geben, die man für weibliche Rituale oder Feste verwendet. Die Blätter können ebenso verräuchert werden wie die Blüten. Sie duften allerdings nicht so lieblich.

Blütenessenz aus Lindenblüten schenkt innere Ruhe

Nun komme ich zu meinem Lieblingsthema, den Blütenessenzen hergestellt nach Dr. Edward Bach.

So wie alle materiellen Anwendungen von Teilen des Lindenbaumes, sorgt auch die energetische Linden-Blütenessenz für Gefühle von Ruhe und Entspannung. Man fühlt sich geschützt und geborgen, nervliche Angespanntheit und Überlastung wird sanft ausgeglichen. Innere Stille und Ruhe kehren ein ins Gemüt.

„…und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu: Komm her zu mir Geselle, hier find´st du deine Ruh!“

Äußerlich wendet man die Essenz etwa im abendlichen Bad oder im Massageöl an, um einen hektischen oder aufregenden Tag leicht ausklingen zu lassen.

Eines noch: Auch die Heilmittel aus der Natur können falsch angewendet und bei unsachgemäßer Dosierung Schaden anrichten. Bitte geh sorgsam damit um, und wende dich bei Fragen an Fachleute die sich gut auskennen!

Von Herzen danke ich Kerstin für die Einladung und Möglichkeit für sie einen Gastartikel verfassen zu dürfen!

 

Alle(s) Liebe und viel Gesundheit!

Eure

Margit ROBINIA Bedlivy

 

Noch ein paar Worte zum Schluss…

Über diesen Artikel habe ich mich besonders gefreut, da die Linde mein Lieblingsbaum ist und ich die Arbeit von Kräuterkollegen sehr schätze. Eine Zusammenarbeit und wenn es nur online in Form von Gastartikeln ist, hilft doch dioeses wertvolle Wissen zu verbreiten. Wenn dir also der Artikel gefallen hat teile ihn, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können.

Bis Bald

Alles Liebe Kerstin

 

Mehr über Robinia

Margit Robinia Bedlivy ist seit 2001 Dipl. Bach-Blütenberaterin, bietet mit verschiedenen energetischen Methoden Begleitungen zur persönlichen Weiterentwicklung an, und stellt Blütenessenzen aus einheimischen Wildpflanzen her.

“Ich ermutige und inspiriere Frauen, mit Blütenessenzen und heilenden Wildpflanzen, zur eigenen inneren und der sie umgebenden äußeren, göttlichen Natur, liebevollen Kontakt herzustellen, um durch diese Verbindung zur eigenen Seele, und den Geschenken von Mutter Erde, unabhängig von äußeren Herausforderungen, kraftvoll, gesund, glücklich, und vor allem “artgerecht” zu leben.”

Mehr über Margits Arbeit findest du unter www.robinia.at – hier kannst du dir ihr gratis E-Book herunterladen:

22 besondere Wildkräuter, die deinem Körper die Aufnahme von Spurenelementen erleichtern”

 

 


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