Vogelmiere, das Wunderkraut für Anfänger

Ganz unscheinbar und klein, kriecht die Vogelmiere über den Boden. Und doch ist ihre Wirkung auf den Menschen riesengroß! Beliebt als frisches, delikates Wildkraut in der Küche und vielseitig in ihrer Heilwirkung, hat sich die Vogelmiere längst in die Herzen der Menschen gemogelt. Was das Wunderkraut alles zu bieten hat und wie du es am besten für dich einsetzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Vogelmiere (Stellaria media)

Die Vogelmiere zählt zu den Nelkengewächsen, welche der Gattung der Sternmieren angehören. Betrachte man einmal die Blüte der Vogelmiere, ist klar woher dieser Name kommt. Sie hat eine sternförmige Blüte mit je fünf Kron- und Kelchblättern. Die Kronblätter sind weis und zweigeteilt. So erweckt es den Anschein als habe sie zehn davon. Diese zweigeteilten Blütenblätter sind ein Erkennungsmerkmal der Sternmieren. Die Vogelmiere wächst gerne auf nährstoffreichen Böden und kommt in großen Teppichen vor. Ihre herzförmigen Blätter sind gegenständig angeordnet, wobei ihr Stängel zwei der markantesten Erkennungsmerkmale aufzeigt. Dieser hat der Miere auch den Namen Hühnerdarm verliehen. Bricht man ihn vorsichtig in zwei Hälften, kann man eine hohle Hülse von einem darmartigen Faden abziehen. Desweiteren ist ihr Stiel einseitig behaart. Diese Häärchen laufen in einer Linie von einer Blattachse zur nächsten und dienen der Pflanze zur gezielten Wasserversorgung. Sie ist beinahe das ganze Jahr über zu finden und leistet unsere Gesundheit wertvolle Dienste.

Achtung! Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem Ackergauchheil, der leicht giftig ist. Dieser jedoch verfügt nicht über die typischen Erkennungsmerkmale der Vogelmiere. Er hat außerdem eine lachs- bis orangefarbene Blüte.

Vogelmiere als Heilpflanze

Das kleine unscheinbare Kraut hat einiges zu bieten. Leider ist sie als Heilpflanze nicht sehr bekannt. Ihr hoher Saponingehalt wirkt sich positiv bei Husten und Verschleimung aus. Die Saponine helfen beim Abtransport unerwünschter Stoffe. Dadurch hat sie auch eine blutreinigende Wirkung und darf bei keiner Frühjahrskur fehlen. Neben der Reinigung und Kräftigung des Organismus ist die Pflanze auch für ihre kühlende, schmerzstillende, verdauungsfördernde und leicht abführende Wirkung bekannt. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Vogelmiere ist die Haut. Die enthaltenen Triterpensaponine werden sogar in der Kosmetikindustrie wie ein pflanzliches Cortison eingesetzt. So hilft sie auch bei stark juckenden und brennenden Hauterkrankungen, schlecht heilenden Wunden und Ausschlägen. Sogar bei Psoriasis kann die kleine Miere große Dienste erweisen.

Positive Eigenschaften auf einen Blick:

  • Allgemein belebend, nährstoffreich
  • blutreinigend und blutstillend
  • hautpflegend und hautreinigend
  • hustenstillend, schleimlösend
  • juckreizstillend
  • kühlend
  • milchbildungsfördernd
  • schmerzlindernd
  • stoffwechselfördernd
  • harntreibend
  • verdauungsfördernd
  • wundheilungsfördernd

So findet sie ihren Einsatz bei Infektionen, Entzündungen, Halsschmerzen, Husten, Bronchitis, Asthma, Entzündungen der Darmschleimhaut, Hautunreinheiten, Ekzeme, Ausschläge, Verbrennungen, Wunden,  Rheuma, Gicht und Bindehautentzündung…

Du siehst also, dass die Vogelmiere ein echtes Wunderkraut ist. Aber es kommt noch besser. Sie ist eines der leckersten Wildkräuter überhaupt!

Vogelmiere in der Küche

In der Küche entfaltet sie ihr ganzes Können, denn frisch als Nahrung verzehrt wirkt die Vogelmiere am besten. Sie ist extrem nährstoffreich und hat einen milden, leicht erbsenartigen Geschmack. Du kannst die Vogelmiere in größeren Mengen konsumieren z.B. als reinen Salat. Aber auch in Smoothies, als Saft und Zugabe zu Obstsalaten schmeckt sie einfach super lecker. Ich verwende sie hauptsächlich roh aber sie verleiht auch einer langweiligen Nudel- oder Reispfanne neuen Schwung. So kannst du sie wie Spinat oder als blanchiertes Gemüse verwenden. Wie Würzkräuter frisch über sämtliche Gerichte gestreut schmeckt sie ebenso hervorragend. Die Vogelmiere enthält wie schon erwähnt reichlich Nährstoffe. Zu nennen wären Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen, verschiedene Vitamine, Selen, Schleimstoffe, Saponine, Kieselsäure, Flavonoide und Gammalinolensäure.

Einen Überblick kann dir diese Tabelle verschaffen. Angegeben in mg/ 100g essbarem Anteil.

Anmerkung: Der Nährstoffgehalt in Lebensmittel schwankt und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Hier handelt es sich um Durchschnittswerte. (Quelle: Souci & Mitarbeiter, Franke & Kensbock)

 

Nährstoffe Kopfsalat Chinakohl Vogelmiere 
Kalium 24 202 680
Phosphor 33 x 55
Magnesium 11 11 39
Kalzium 37 40 80
Eisen 1,1 0,6 8,4
Vitamin C 13 36 115
Provitamin A 130 13 383
Reineiweißgehalt 0,6 1,3 1,5

 

Es lohnt sich also die Vogelmiere regelmäßig in deinen Speiseplan zu integrieren. Übrigens findet man sie häufig an sogenannten „Pipimeilen“. Du kannst dir aber die Samen der Pflanze in Blumentöpfen, Balkonkästen oder als Sprossen ziehen und hast dann immer frische und vor allem saubere Vogelmiere zur Hand. Sie bildet das ganze Jahr über neue Samen welche sich einfach abschütteln lassen. Ich habe eine alte Zinkwanne im Garten, in der sie sich eigenständig angesiedelt hat, dort darf sie wachsen und ich freue mich über reiche und regelmäßige Ernte 😉

Tipp: Zur Samenernte kannst du einfach ein Blatt Papier oder Zeitung ausbreiten und ein Büschel der Pflanze darüber ausschütteln. Auch beim Verarbeiten in der Küche bleiben die Samen auf dem Schneidebrett liegen und du kannst sie einfach sammeln.

Mach dich bekannt mit diesem tollen Wildkraut, du wirst sehen, dass dir die Vogelmiere vor allem als Wildkräuteranfänger große Freude bereiten wird!

 Alles Liebe

Kerstin

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